Diverses

Die Rolle der Marktgemeine Grödig im Regionalverband Salzburg Stadt und Ungebungsgemeinden (RVS)

Artikel für die Festschrift zum Jubiläum 50 Jahre Markterhebung der Gemeinde Grödig

Ein dynamischer Raum wie jener der Stadt Salzburg und seiner Umlandgemeinden braucht eine regionale Planung und Zusammenarbeit, um zu einer vernünftigen Arbeitsteilung in der Region zu kommen – dieser Grundgedanke der Gründung des „Regionalverbandes Salzburg Stadt und Umgebungsgemeinden (RVS)“ ist heute so aktuell wie damals. Der  Regionalverband wurde im November 1974 auf Initiative von Landeshauptmann Dr. Hans Lechner gegründet und Grödig war neben der Stadt Salzburg und den Gemeinden Anif, Anthering, Bergheim, Elsbethen, Hallwang, Koppl und Wals-Siezenheim von Anfang an Mitglied dieser Planungsgemeinschaft. Die damals verantwortlichen politischen Persönlichkeiten erkannten, dass einerseits entsprechende Kooperationen zur Abstimmung grundsätzlicher Planungsziele zwischen den  Gemeinden und der Landeshauptstadt allein schon aus entwicklungsplanerischen Überlegungen sinnvoll sind, aber andererseits auch eine wichtige Voraussetzung für das eigenständige Überleben der Gemeinden –in der damals geführten Diskussion über Eingemeindungen- bedeuten.

1994 wurde der Regionalverband erweitert; seither gehören auch die Gemeinden Elixhausen, Eugendorf und Großgmain zum Verbandsgebiet des RVS, nicht aber mehr Koppl. Heute leben in dieser ungefähr 26.000 Hektar großen Region mit der Landeshauptstadt als Zentrum, rund 209.000 Menschen (Hauptwohnsitze) was 38% der Landesbevölkerung entspricht! Der Begriff und die Funktion „Zentralraum“ erklären sich damit eigentlich schon von selbst. Zahlreich sind daher auch die Themen und Problemstellungen in diesem attraktiven und äußerst wachstumsintensiven Lebens- und Arbeitsraum, die einer regionalen Abstimmung bedürfen: Flächenmobilisierung für Wohnbau und Betriebsansiedelungen, sparsamer Umgang mit Grund und Boden, ausreichendes Angebot an Wohnungen und Entwicklung bzw. Forcierung zeitgemäßer Wohnformen, langfristige Planung und Vorsorge für Trassen jeglicher Infrastrukturen, Verbesserung und Ausbau des Öffentlichen Verkehrsangebotes  und Sicherung von Naherholungsräumen. Das Instrument, das dem RVS zur Darstellung und Umsetzung seiner regionalen Raumordnungsziele und Maßnahmen zur Verfügung steht, ist das „Regionalprogramm“, das seine Rechtsverbindlichkeit durch eine Verordnung der Landesregierung erhält.

Gerade hinsichtlich der Erhaltung von Frei- und Naherholungsräumen hat der RVS mit der Festschreibung des Grüngürtels um die Stadt Salzburg im Regionalprogramm einen sehr wichtigen entwicklungspolitischen Akzent gesetzt, weil Grüngürtelflächen seither nur noch in ganz bestimmten Ausnahmefällen in Bauland umgewidmet werden dürfen. Auch Teile Grödigs unterliegen diesem Grüngürtel-Regime. Des Weiteren beinhaltet das Regionalprogramm für Grödig beispielsweise auch Festlegungen von „Vorrangbereichen für künftige Wohngebiete“ und für „Ökologie“ sowie eines Gemeindehauptortes (Grödig), 2 Gemeindenebenzentren (St. Leonhard, Fürstenbrunn) und einer „regionalen Entwicklungsachse“.

Die Beziehung zwischen Grödig und RVS ist und war immer besonders gut, was auch dadurch dokumentiert wird, dass die Verbandsführung zweimal von Grödiger Bürgermeistern, Dieter Engels und Richard Hemetsberger, wahrgenommen wurde. Hervorzuheben ist, dass in der Funktionsperiode des unvergesslichen Altbürgermeister Dieter Engels (1995-1999), das 1. Regionalprogramm (REP 1999) erarbeitet und verordnet wurde! Ein Meilenstein der Raumordnungspolitik, war es doch gleichzeitig auch das 1. Entwicklungsprogramm einer Stadt-Umland-Region in Österreich. (Verfasser: Dipl.Ing. Paul Lovrek, RVS-Geschäftsführer)


Verabschiedung von RVS-Obmann Bgm. Dr. Heinz Schaden

Im Rahmen einer Verbandsversammlung in Großgmain wurde Heinz Schaden am 12. September 2017 offiziell für seine vielfältigen Verdienste als Verbandsobmann gedankt. 

Obmann-Stellvertreter Richard Hemetsberger verwies in seiner Ansprache besonders auf die rekordverdächtige lange „Amtszeit“ von 18 Jahren, in der Heinz Schaden 7 Mal einstimmig als Obmann wiedergewählt wurde! Während all dieser Jahre sei Schaden immer bemüht gewesen, die Umlandgemeinden als Partner der Landeshauptstadt und als gleichrangige Mitglieder innerhalb der Zentralraumregion zu behandeln. Für dieses Bemühen und die langjährige Obmannschaft spricht Hemetsberger im Namen aller Bürgermeisterkollegen dem scheidenden Obmann größten Dank und Wertschätzung aus.

Geschäftsführer Paul Lovrek betont in seinen Dankesworten die ausgesprochen gute Kooperation und das freundschaftliche Verhältnis, das von Anfang an von größtem gegenseitigen Vertrauen und Respekt geprägt war.


Bürgermeister a.D. Heinrich Salfenauer gestorben

Am 4. April 2016 ist Heinrich Salfenauer im Alter von 95 Jahren gestorben. Er war von 1970 bis 1980 Bürgermeister der Landeshauptstadt.

 

Heinrich Salfenauer war auch der 1. Obmann unseres Regionalverbandes und hatte diese Funktion vom 18.11.1974 bis zum18.4.1978 inne.
Somit fielen die Mühen der Verbandsgründung und -organisation in seine Funktionsperiode. Obmann Salfenauer war somit Pionier der überörtlichen Raumplanung im Salzburger Zentralraum und zeigte sich damals sehr darum bemüht, die Flächenwidmungspläne und Entwicklungstendenzen unter den Verbandgemeinden aufeinander abzustimmen. In seine „Amtszeit“ fiel auch die Erstellung einer Studie über naherholungsrelevante Infrastruktureinrichtungen in unserem Regionsgebiet.
 
Wir wollen ihm ein ehrendes Andenken bewahren. RIP


Christoph Braumann im Ruhestand

Ende Juli 2015 wurde Hofrat Dipl.Ing. Dr. Christoph Braumann im Rahmen einer kleinen Feier in den Ruhestand verabschiedet. RVS-Geschäftsführer Dipl.Ing. Paul Lovrek konnte ihm bei dieser Gelegenheit die Grüße der Bürgermeister der Zentralraumgemeinden bestellen und für die langjährige Betreuung und Unterstützung unseres Regionalverbandes danken. Christoph Braumann hatte stets ein offenes Ohr für die Anliegen der RVS-Gemeinden und unterstützte über 20 Jahre lang tatkräftig und konstruktiv die Entwicklung des Regionalverbandes Salzburg Stadt und Umgebungsgemeinden sowie auch die Entwicklung der Regionalplanung in Salzburg. Als Zeichen des Dankes und der persönlichen Wertschätzung wurde ihm mit den besten Wünschen für den verdienten Ruhestand ein Buch mit historischen Ansichten der Stadt Salzburg überreicht.


Dr. Braumann wurde 1952 in Köstendorf geboren; nach dem Architekturstudium an der TU-Wien wirkte er für mehrere Jahre als Universitätsassistent. Nach einiger Zeit als freiberuflicher Raumplaner und nach Mitarbeit im Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR), trat Braumann 1991 in den Dienst der Salzburger Landesregierung. Er wurde Leiter des Referates „Landesplanung und Salzburger Geographisches Informationssystem-SAGIS“. Die Einführung und die Weiterentwicklung von SAGIS fallen dabei unter die besonderen Verdienste seiner Amtszeit; zudem zeichnete er für den Sachverständigendienst für die überörtliche Raumplanung im Land Salzburg und die Herausgabe des „Handbuch Raumordnung“ verantwortlich. Darüber hinaus ist Braumann Verfasser zahlreicher Fachpublikationen zur Salzburger Landesgeschichte, wie beispielsweise “Stadtplanung in Österreich von 1918 bis 1948 unter besonderer Berücksichtigung der Stadt Salzburg“. Unter seiner Mitwirkung entstand auch der „Historische Atlas der Stadt Salzburg“.